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Lernend Grenzen überwinden


In den vergangenen Schuljahren gab es erfolgreiche Projekte zwischen den DPFA-Regenbogen-Schulen Zwickau und dem polnischen Pilecki-Institut in Berlin. Diese werden nun mit der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages intensiviert.

Bereits zweimal arbeiteten Schülerinnen und Schüler der DPFA-Regenbogen-Schulen Zwickau (Oberschule und Gymnasium) gemeinsam mit polnischen Jugendlichen an Themen zur Geschichte beider Länder. Zumeist ging und geht es um Ursachen und Folgen des Holocausts.

Dirk Seifert (l.), Leiter der DPFA-Regenbogen-Schulen Zwickau (Oberschule und Gymnasium) unterzeichnet gemeinsam mit Projektleiter Alexander Kliymuk vom polnischen Pilecki-Institut in Berlin den Kooperationsvertrag.
Die Vertragsunterzeichnung war von langer Hand vorbereitet. Dass Projektleiter Alexander Kliymuk (r.) dafür eigens nach Zwickau reiste, nutzte Schulleiter Dirk Seifert (l.) und zeigte dem Gast aus Berlin nach dem schriftlichen Teil gern die Schule. Foto: Bianca F. Kother / DPFA Zwickau

Vertragsunterzeichnung an einem besonderen Tag

Wie wichtig derartige Projekte für die Schülerinnen und Schüler sind, betont Schulleiter Dirk Seifert: „Natürlich werden die Themen Auswirkungen des deutschen Nationalsozialismus im Unterricht gründlich und nahbar behandelt. Es ist jedoch etwas Anderes, wenn die Jugendlichen sich in direktem Austausch und mit konkreter Anschauung damit auseinandersetzen. Auf diese Weise erarbeitet sie sich wichtige Erkenntnisse selbst. Das ist deutlich nachhaltiger, als nur das entsprechende Kapitel im Geschichtsbuch zu lesen.“

Deshalb sollen derartige Kooperationen intensiviert werden. Bereits am 1. September -  der Jahrestag des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen – unterzeichneten Dirk Seifert und Projektleiter Alexander Kliymuk vom polnischen Pilecki-Institut in Berlin einen Kooperationsvertrag.

Deutsch-polnische Geschichtsprojekte

Über das letzte dieser Projekte berichteten wir ausführlich im Juni, als die Zehntklässler des DPFA-Regenbogen-Gymnasiums nach Berlin fuhren. Dort trafen Jugendliche aus Warschau auf die Klasse aus Zwickau. Gemeinsam präsentierten sie sich die Ergebnisse ihrer Arbeiten, unter anderem eine Theateraufführung und ein Comicbuch. Um die Eindrücke zu vertiefen, besuchten sie das Denkmal der ermordeten Juden Europas, das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors, das Haus der Wannsee-Konferenz sowie eine Ausstellung über den Unterwanderer von Auschwitz, Witold Pilecki.

Selbstverständlich wurden Freundschaften geschlossen und es fand zwischen den Jugendlichen beider Länder ein reger Austausch statt.

Nach Videokonferenzen und vielen E-Mails war ein Treffen im echten Leben ein wohlverdientes Highlight für die Jungen und Mädchen aus Zwickau und Warschau. Foto: DPFA Zwickau

Pläne für deutsch-polnische Zusammenarbeit

Mit diesem Vertrag wird das Pilecki-Institut ein außerschulischer Lernort und steter Partner für die Schule. Zukünftig werden Schüler- und Lehrerschaft bei der Erarbeitung wichtiger Ereignisse der mittel- und osteuropäischen Historie, besonders der Geschichte Polens 1918-1989 sowie deren Einordnung in den gesamteuropäischen Kontext und den Bezug zur aktuellen Gegenwart von den Experten des Pilecki-Institutes unterstützt.

So sind auch in Zukunft gemeinsame Exkursionen, Ausstellungsbesuche und Jugendbegegnungsprojekte geplant. Weiterhin stehen Weiterbildungen für das Lehrteam, die Unterstützung bei der Konzeption und Durchführung thematisch wesentlicher Projekte und die Beratung etwa von Schülerinnen und Schülern oder Arbeitsgruppen bei der Erarbeitung von Hausarbeiten, Präsentationen und einiges mehr auf dem Programm.

Eine Schule mit Außenministerin

Um diese Vorhaben bestmöglich zu koordinieren, gibt es an den DPFA-Regenbogen-Schulen Zwickau (Oberschule und Gymnasium) Antje Georgi. Die Fachlehrerin ist neben ihren Aufgaben als Lehrkraft die zuständige Kollegin für die Auslandsbeziehungen der Schulen.

Das Pilecki-Institut in Berlin
sammelt und stellt Dokumente zu ausgewählten Aspekten des 20. Jahrhunderts zur Verfügung.
Ein Schwerpunkt liegt unter anderem auf der Ehrung von und Erinnerung an Personen, die polnischen Bürgern und anderen Nationalitäten während der Naziherrschaft Hilfe und Beistand geleistet haben.
Zur Website: www.berlin.instytutpileckiego.pl/de